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Gib Laut!

Gib Laut!

Regierungsrat Beat Tinner, Vorsteher Volkswirtschaftsdepartement

Stacheldrahtverbot, Kontrollen, Vorschriften, Sanktionen. Eigentlich bin ich kein Freund von mehr Gesetzen und Vorschriften. Doch in dieser Sache habe ich Verständnis. Die Zeit für Stacheldraht ist abgelaufen. Es gibt heute viel schonendere und ebenso wirkungsvolle Materialien, um den Auslauf von Nutztieren in einer Weide zu begrenzen. Die Materie ist mir nicht fremd. Bereits als Gemeindepräsident von Wartau habe ich mich für den Lebensraum von Wildtieren eingesetzt. Wir haben damals freiwillig alte ungebrauchte Stacheldrahtzäune im Wald entfernt. Kaum im Amt als Vorsteher des Volkswirtschaftsdepartements, durfte ich mich erneut mit Stacheldraht befassen. Der Kantonsrat hat die vom Departement ausgearbeitete Regelung im Rahmen der Gesetzesinitiative "Stopp dem Tierleid" zurückgewiesen. Mir war sehr wichtig, dass die überarbeitete Vorlage im Jagdgesetz zur Regelung möglichst wildtierverträglicher Zäune in Wald und Feld nicht ein zweites Mal Schiffbruch erleidet. Deshalb habe ich die Initianten sowie die meistbetroffenen Interessensvertreter aus der Landwirtschaft, dem Wald, der Jagd und den Naturschutzorganisationen Mitte Oktober zu einem Hearing eingeladen. So konnte ich mir direkt ein Bild machen, wie die überarbeitete Vorlage ankommt und wo die Grenzen eines Kompromisses auf Schützer- und Nutzerseite liegen. Ich bin überzeugt, dass der jetzt vorliegende Gegenvorschlag der Regierung im Kantonsrat eine Mehrheit findet: Stacheldraht soll mit Ausnahme von absturzgefährdeten Stellen verboten werden. Für mobile Weidenetze gibt es eine klare Markier-, und Unterhaltspflicht sowie eine Abräumfrist. Ein Verbot mehr, aber weniger Tierleid und mehr Ordnung im Wald und im Feld. Das ist im Sinne aller.