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Mein erstes Jahr als Wildhüter

Mit der Wahl als Wildhüter ging für mich ein Kindheitstraum in Erfüllung. Bereits als Schüler träumte ich davon, eines Tages als Wildhüter arbeiten zu dürfen. Aus diesem Grund machte ich mich 2008 auf den Weg nach Deutschland. Dort liess ich mich als Berufsjäger ausbilden und durfte viele interessante Erfahrungen machen.

Wenn ich jetzt auf mein erstes Jahr als Wildhüter zurück blicke kommen viele schöne Erinnerungen auf. Mein Aufsichtsgebiet (oberes Rheintal/Werdenberg) ist sehr abwechslungsreich. Es geht von 400 bis 2300 m. ü.M. und es kommt vom Biber bis zum Steinbock fast alles vor. Somit darf ich behaupten, es ist eines der schönsten Aufsichtgebiete.

Im Januar 2014 durfte ich meinen Vorgänger Peter Eggenberger oft begleiten. Er zeigte mir sehr vieles und gab seine grosse Erfahrung weiter. Wir treffen uns auch heute noch regelmässig und ich darf jederzeit von seiner Erfahrung profitieren.
Mit dem ersten Schneefall Anfang 2014 ging es auch gleich los mit dem Besenderungsprojekt Rothirsch in der Ostschweiz. Diese Arbeit raubte uns zwar sehr viel Schlaf, die Arbeit war jedoch sehr interessant und machte uns grossen Spass.
Mit dem Ende des Winters ging es weiter mit Wildzählungen, Rissbeurteilungen, Öffentlichkeitsarbeiten und vieles mehr. Durch diese grosse Abwechslung wurde es mir nie langweilig und das Jahr verging wie im Flug. Auch die Zusammenarbeit mit der Jägerschaft funktionierte sehr gut.
Natürlich gab es auch weniger schöne Momente, wie zum Beispiel die Diskussionen mit naturfernen Bürgern über Wildtiere und deren Lebensräume. Ich war zum Teil sehr erstaunt wie schnell Leute, welche sich als Tierschützer betiteln, unsere Wildtiere als Schädlinge betrachten, sobald sie selber mit ihnen konfrontiert werden.
Mit Sorgen sehe ich, wie der Druck auf die Lebensräume unserer Wildtiere immer grösser wird. Die Bevölkerungszahl nimmt zu und auch die verschiedenen Freizeitaktivitäten in unserer Natur hat in den letzten Jahren zugenommen und wird bestimmt noch weiter zunehmen. Unsere Aufgabe ist es nun die Bevölkerung möglichst aufzuklären und zu informieren.
Ich freue mich auf die Zukunft und die vielen Erfahrungen die ich machen werde. Ich hoffe wir können uns gemeinsam für unsere wunderschöne Natur einsetzen, damit wir sie noch lange geniessen können.

Silvan Eugster, Wildhüter